Technische FAQ

  • Oberflächenschutzsysteme in Lebensmittel- und Getränkeproduktionen
  • Warum brauche ich einen schützenden Bodenbelag in meiner Lebensmittel- und Getränkeproduktion?

    Der Boden einer Lebensmittelproduktion ist einer Vielzahl Nebenprodukten wie Fetten, Ölen, Blut, Zuckerlösungen und natürlichen Lebensmittelsäuren ausgesetzt.
    Diese Stoffe können einem unbeschichteten Untergrund unermesslichen Schaden zufügen und die hygienische und strukturelle Integrität der Anlage in Frage stellen.

  • Welche Optionen gibt es für Oberflächenschutzsysteme?

    Oberflächenschutzsysteme für die Lebensmittel- und Getränkeproduktion sind in einer Vielzahl von chemischen Zusammensetzungen erhältlich, darunter antibakteriell verbesserte, Polyurethanbetonsysteme, schnell aushärtende Methylmethacrylatsysteme (MMA) und Epoxyd- und Polyurethanharze.

  • Welche Faktoren sollten bei der Auswahl eines Oberflächenschutzsystems für Lebensmittel- und Getränkeproduktionen berücksichtigt werden?

    Ein wichtiger Aspekt sollte die Hygiene sein. Einige Systeme bieten den Kunden eine verbesserte Hygieneleistung durch eine Kombination aus einer fugenlosen, leicht zu reinigenden Oberfläche und dem Zusatz von antibakteriellen Zusätzen im Boden.

    Auch die Rutschfestigkeit muss berücksichtigt werden, insbesondere in Nassbereichen oder in Bereichen, in denen eine regelmäßige Reinigung erforderlich ist. Der Bodenbelag sollte mit einem Gefälle verlegt werden, das zu einem effizienten Entwässerungssystem führt.

    Kunstharzböden können in einer Reihe von Strukturen verlegt werden, um in Anlehnung an die Technischen Regeln für Arbeitsstätten (TGRA ASR A1.5/1.2) bzw. der alten BGR 181 das richtige Gleichgewicht zwischen Reinigungsfähigkeit und Rutschfestigkeit zu finden.

    Polyurethanbetonböden sind oft die beste Wahl für die anspruchsvollen Produktionsbereiche einer Lebensmittel- und Getränkeproduktionen, da diese Technologie beeindruckende Haltbarkeit, Hygiene- und Sicherheitseigenschaften miteinander verbindet.


    Fußböden mit HACCP International-Zertifizierung wurden speziell getestet, um sicherzustellen, dass sie alle hygienischen Eigenschaften aufweisen, die für intensive, groß angelegte Lebensmittelproduktionsstätten erforderlich sind, um zu gewährleisten, dass sie alle erforderlichen Rechtsvorschriften und Best-Practice-Standards erfüllen.

  • Was ist ein chemischer Angriff?

    Dies wird in der Regel als Abbau der Polymerstruktur des Bodens beschrieben, so dass er seine Funktion nicht mehr erfüllen kann. Dies ist besonders häufig in lebensmittelverarbeitenden Betrieben der Fall, wo heiße Öle, Zucker, Blut, Säuren und Fette mit dem Boden in Berührung kommen, der nicht die erforderlichen chemischen Beständigkeitseigenschaften aufweist.

  • Was ist ein Temperaturschock?

    Ein Temperaturschock tritt auf, wenn sich die Umgebungstemperatur erheblich und fast sofort ändert, was zu einem Versagen des Bodens führen kann, wenn das Material nicht korrekt spezifiziert wurde.

    Ein Temperaturschock kann aus verschiedenen Gründen auftreten, z. B. bei der Dampfreinigung, beim Öffnen von heißen Öfen oder von Türen zu Kühlräumen.

  • Estriche
  • Wann wird ein Estrich notwendig?
    • Als Verbundestrich, zur direkten Begradigung der Rohdeckentoleranzen

    • Als schwimmender Estrich über technisch notwendig werdenden Trittschall- und/oder Wärmdämmlagen

    • Als Verbund-, Trennlage- oder schwimmender Estrich zur Einlage der Flächenheizung

    • Zum Erreichen der notwendigen Ebenheitstoleranzen im Sinne der zum Einsatz kommenden Boden-Oberbeläge (Flüssigbeschichtungen, keramische Beläge, textile Beläge, Modulare Beläge usw.) bzw. im Sinne der Nutzung (Hochregallager, Luftkissenfahrzeugbetrieb).
  • Können Estriche im Freien verwendet werden?

    Insbesondere zement- und polymergebundene Estriche sind zur Nutzung im Außenbereich geeignet, z.B. Terrassen, Balkone, Rampen etc., wenn diese der Nutzung entsprechend mit einem Boden-Oberbelag geschützt werden.
    Jedoch sollte sorgfältig darauf geachtet werden, dass keine Feuchtigkeit in die Konstruktion eindringen kann, um u.a. Frostschäden bzw. chemischen Angriff zu vermeiden.

    Dieses kann z.B. durch eine Beschichtung mit unseren Produktsystemen erfolgen.

  • Wie lange braucht ein Zement- Estrich zur Trocknung?

    Prinzipiell spricht man bei der Trocknung von Estrichkonstruktion vom Erreichen der notwendigen Restfeuchte im Hinblick auf seine Erstbelastbarkeit und seiner Belagsreife, dem jeweiligen Belag entsprechend (diffusionsoffen/diffusionsdicht). Beides ist u.a. abhängig von den Bauklimatischen Bedingungen. Ungünstige Bedingungen, wie z.B. hohe Luftfeuchtigkeit, bzw. niedrige Umgebungstemperaturen können die Trocknung verzögern.

    Der Einsatz von geeigneten Estrichzusatzmitteln oder speziellen Bindemitteln kann die Trocknungszeit erheblich beschleunigen.

    Das Erreichen der technisch notwendigen Restfeuchte sollte in jedem Fall durch eine Messung ermittelt werden. Diese Messung ist durch den Fachunternehmer des Folgegewerkes vorzunehmen. Für die Gruppe der Heizestriche sind die entsprechenden Heizprotokolle zu berücksichtigen.

     

    Die technische Abteilung von Flowcrete kann Sie bei der Auswahl des am besten geeigneten Estrichtyps für die verschiedenen Anwendungsgebiete beraten.

  • Was ist ein Zementestrich?

    Estrich

    Als Estrich, althochdeutsch esterih, bezeichnet man in Deutschland und Österreich den Aufbau des Bodens als planebenen Untergrund für technische oder dekorative Bodenbeläge bzw. unter Zuhilfenahme von Vergütungsstoffen auch zur direkten Nutzung. Hierbei unterscheidet man neben den modularen Aufbauten (Trockenestrich) u.a. zwischen verschiedenen Konstruktionsweisen (im Verbund, auf Trennlage, schwimmend) und den Bindemitteln (überwiegend Zement, Anhydrit, Polymer).

    Was ist ein Zementestrich? 

    Ein Gemisch aus mineralischen Zuschlagstoffen, -Zement und Additiven (Zusatzmitteln).

    In der Abhängigkeit der jeweiligen Nutzung wird die Auswahl und das Mischungsverhältnis dabei den technischen Notwendigkeiten angepasst.

    Zuschlagstoffe: Überwiegend gewaschener und gesiebter Naturkies, in den zusammengeführten Körnungen (Sieblinie) der jeweiligen Belagsdicke entsprechend abgemischt (z.B. A/B 0-8 mm).

    Bindemittel: Bei zementären Bindemitteln unterscheidet man überwiegend zwischen den Zementarten CEM I / CEM II / CEM II A

    Additive:  Additive haben die Aufgabe das Gemisch aus Zuschlagstoff und Bindemittel positiv zu beeinflussen, z.B. den Trocknungsverlauf zu verändern, das Schwundverhalten zu verbessern, die Festigkeit zu steigern und können in flüssiger bzw. pulverisierter Form beigemischt werden.

     

    • Die Abstimmung der Konstruktionsweise, der einzelnen Komponenten und Aufbauvarianten gibt der Fachplaner vor. Für die geeignete Umsetzung zeichnet dann der Fachunternehmer verantwortlich.
    • Ohne geeignete Vorkehrungen sind Estriche nicht als oberflächenfertige Böden anzusehen und müssen durch geeignete Maßnahmen geschützt werden.
  • Sind Fugen in Estrichen erforderlich?

    Prinzipiell wird zwischen folgenden Fugenvarianten unterschieden:

    • Bewegungsfugen (Geometrie– und Bauwerksfugen)
    • Scheinfugen (Sollbruchstellen/Tagesfugen)
    • Randfugen (zu aufgehenden Bauteilen)

    Die Komplexität und der Variantenreichtum zur Thematik Fugenausbildung ist zu umfangreich um an dieser Stelle umfassend beschrieben zu werden und in vielen Fällen eine Einzelfallbetrachtung. Ein gutes Bespiel hierzu ist die notwendige Schnittstellenkoordination bei der Konstruktion von beheizten Estrichscheiben in Zusammenhang mit dem nachfolgenden Oberbelag.

    Es ist möglich, technisch notwendige werdende Fugenbilder in ihrer Ausbildung und Anordnung durch den Einsatz von geeigneten Estrichzusatzmitteln zu verändern.

    Es gilt wiederum: Der Planer zeichnet für die Konstruktionsvorgaben verantwortlich, der Fachunternehmer für die Abarbeitung.

  • In welchen Dicken muss ein Estrich eingebaut werden?

    Die Nenndicke eines Estrichs hängt von seinem Einsatzbereich ab. Dabei ist die Konstruktionsart sowie die zu erwartende Nutzung und der Lasteneintrag maßgebend.

    Bei schwimmenden Konstruktionen bzw. Konstruktionen auf Trennlage sind Schichtdicken von 35 – 80 mm die Regel. Ein Verbundestrich kommt auch mit geringeren Schichtdicken aus, da die Lasten direkt in den Unterbau eingeleitet werden.

    Grundsätzlich gilt auch hier: Der Planer zeichnet für die Konstruktionsvorgaben verantwortlich, der Fachunternehmer für die Abarbeitung.